Diese übertriebene Ölwechslerei halte ich für wenig sinnvoll... So lange man nicht durchgängig Kurzstrecke fährt (<15km), wird das Öl warm genug und eingebrachte Kondensate dampfen aus. Das Additivpaket bindet Säureanteile vom BlowBy auch zuverlässig über Laufzeit (sonst wäre es kein LongLife-Öl) und der mechanische Verschleiß des Öls ist im Normalbetrieb auch nicht der Rede wert.
Schwierig wirds eben bei "Sonderlasten", also sehr vielen Kaltstarts, kurze Strecken oder sehr viele lange Volllastetappen.
Die ganzen Horrorbilder von völlig verschlammten Motoren oder massiver Ölllackbildung auf der Oberfläche sind nicht die Regel - häufig wurden die Öle hier mehrere Jahre nicht gewechselt und das Additivpaket des Öls konnte den Dreck nicht mehr in der Schwebe halten. Das passiert aber i.d.R. nicht nach 25-30tkm / 2 Jahren. Mein E91 mit N47 Diesel hat bis 220tkm nur alle 30tkm frisches Öl gesehen. Die Steuerkette wurde bei 90tkm auf Kulanz ersetzt, ansonsten keinerlei Probleme mit Turbo oder anderen im Ölbad laufenden Teilen.
Das moderne Fahrzeuge aufgrund von mittlerweile hunderten Sensoren, Stellmotoren und geschlossenen Regelsystemen aber deutlich störanfällig sind, ist leider nicht weit hergeholt. Hier reicht ein kurzer "Huster" und es ploppt ein Fehler auf. Der Gesetzgeber möchte das so, um erhöhte Emissionen wegen Funktionsabweichungen sofort zu erkennen und der Kunde möchte immer mehr Komfort, was in vielen Stellmotoren und zusätzlichen Bauelementen resultiert.
Und der Aktion will natürlich seine Rendite, also muss der OEM kostengünstig fertigen...
Ich denke lieber nicht drüber nach, was verschlissene Stoßdämpfer (DDC), eine defekte Lenkung (IAL), ein defekter Scheinwerfer oder ein kaputter Stellmotor an der Heckklappe kosten werden... Früher oder später wird hier aber sicherlich ein Defekt eintreten. Bleibt die Hoffnung, dass die Ersatzteile bis dahin günstiger werden 